Mädchen- und Jungenförderung
MÄDCHENFÖRDERUNG und JUNGENFÖRDERUNG...
... werden an der Anne-Frank-Gesamtschule groß geschrieben!
Ziel ist es, Mädchen und Jungen zu ermutigen, geschlechtsstereotypisches Verhalten und tradiertes Rollenverständnis aufzubrechen und zu verändern.
MÄDCHENFÖRDERUNG
Die zwei wichtigen Säulen der Mädchenförderung sind die Stärkung des Selbstbewusstseins und des Durchsetzungsvermögens in speziellen Selbstbehauptungskursen sowie eine sorgfältige mädchenspezifische Berufsorientierung. Aber auch die Arbeit im kreativen Bereich soll dabei nicht zu kurz kommen.
In Arbeitsgemeinschaften, offenen Angeboten, Projekten oder Themenwochenenden bieten wir Mädchen ein umfangreiches Angebot in unterschiedlichen Bereichen an.
Beispiele sind:
Selbstbehauptungskurse/Selbstverteidigung
Computerkurse
Mädchensport
Naturwissenschaften für Mädchen
Mädchentreffs
Tanz und Theatergruppen
Mädchenbands
Gerade in der Mädchenförderung legen wir großen Wert auf Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen im Umfeld, die sich ebenfalls mit Mädchen- bzw. Frauenarbeit beschäftigen, wie die Regionalstelle Frau und Beruf, die Mädchenberatungsstelle oder die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Moers.
Die Anne-Frank-Gesamtschule ist an dem "Programm zur Erschließung neuer Berufsfelder für Frauen in Technik und Handwerk" beteiligt. Im Zuge dieses Programms wird ein Internet-Projekt für Mädchen erarbeitet und durchgeführt
JUNGENFÖRDERUNG
...ist ein weiterer Bestandteil der sozialpädagogischen Arbeit an der Anne-Frank-Gesamtschule. Das Dasein und Aufwachsen als Junge ist in den Strukturen der Gesellschaft für viele von besonderen Schwierigkeiten geprägt. So ist in den letzten Jahren ein Männlichkeitsbild entstanden, in dem Stärke, Macht, Gewalt usw. mehr denn je im Vordergrund stehen. Sobald ein Junge in der Öffentlichkeit Gefühle zeigt, gilt dieser als schwach oder verweichlicht.
Diesem gesellschaftlichen Denken will sich die Institution Schule entziehen. Wir sehen uns in der Pflicht, auch für unsere männlichen Schüler Möglichkeiten zu schaffen, sich aus der Rolle des männlichen, vermeintlich starken Geschlechts in der Gesellschaft zu entfernen. Offen über Ängste, Sorgen und Nöte sprechen zu können ist für viele Jungen unentbehrlich.
Bereiche der Jungenförderung an unserer Schule werden im Folgenden aufgelistet und beschrieben:
Coolnesstraining in den Jahrgängen 7 & 8
Jungentrophy für den Jahrgang 6
geschlechtsspezifische Arbeitsgemeinschaften
Jungenwochenende
Ansprechpartner für Jungen
Coolnesstraining im Jahrgang 7 & 8
Das Coolnesstraining für Jungen der Jahrgänge 7 & 8 ist ein im Jahr 2004 ins Leben gerufenes Projekt in Zusammenarbeit mit der Polizei Wesel und unserer Schule.
Zwei Polizisten der Abteilung Präventionsarbeit leiten gemeinsam mit dem Sozialpädagogen dieses Training. Die Ziele dieses Trainings werden durch mehrere Faktoren bestimmt:
Faktor Thematik
Grundlegendes Ziel unseres Coolnesstraining ist das Erfahren und Erleben der eigenen Männlichkeit. Was macht Männlichkeit aus, wie fühlt sich Männlichkeit an, ist Männlichkeit mit Kraft und Gewalt gleichzustellen? Das Training hat den Hintergrund, ein erweitertes Empfinden der Männlichkeit zu erlangen, Gefühle und Regungen zuzulassen, ohne ausgelacht zu werden.
Faktor Regeln
Niemand soll ausgelacht werden. Dazu werden zu Beginn dieses Trainings drei Regeln vorgegeben und besprochen, die folgendermaßen lauten:
1. Jeder meldet sich, wenn er sprechen möchte.
2. Jeder hört dem Anderen zu.
3. Keiner verletzt andere körperlich oder seelisch.
Faktor Spaß und Spiel
Unter Berücksichtigung der drei Regeln werden die Jungen an die Thematik herangeführt. Alle theoretischen Hintergründe werden spielerisch erarbeitet und vertieft.
Faktor Vertrauen
Die Polizisten und der Sozialpädagoge versuchen Vertrauen zu den Schülern aufzubauen, um Möglichkeiten zu schaffen, in denen z.B. über die für Jungen sehr wichtige Vaterrolle gesprochen werden kann. Hier soll das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Vaters im Aufwachsen eines jeden Jungen gestärkt werden. Über den Ist-Zustand der Beziehung zum Vater kann genauso gesprochen werden, wie z. B. über Wünsche, die ein Junge an seinen Vater hat.
Jungentrophy für den Jahrgang 6
Die Jungentrophy findet, soweit sich die Klassen für dieses Event anmelden, einmal jährlich für alle Jungen im Jahrgang 6 statt.
In fünf Mittagspausen zum Ende jedes Schuljahres haben die einzelnen Klassenteams verschiedene Aufgaben aus den Bereichen Geschicklichkeit, Wissen, Spaß und Spiel zu bewältigen. Ein Klassenteam besteht pro Mittagspause aus fünf Jungen einer Klasse, die in jeder Mittagspause durch andere Jungen dieser Klasse ausgetauscht werden können. Diese Austauschmöglichkeit wird angeboten, damit sich möglichst alle männlichen Klassenmitglieder je nach Fähigkeit und Stärke den unterschiedlichen Aufgaben stellen können.
Die Punktevergabe wird im Gegensatz zu anderen Wettkämpfen in drei Bereiche geteilt. So gibt es nicht nur für die beste Leistung Punkte, sondern auch Teamgeist und soziale Fairness werden äquivalent bewertet. Mit dieser Jungentrophy soll den Jungen die Möglichkeit gegeben werden, sich repräsentativ für die gesamte Klasse positiv einzusetzen und zu spielen.
Geschlechtsspezifische Arbeitsgemeinschaften
Seit dem Schuljahr 2003/2004 werden durch den Sozialpädagogen spezielle Jungen- Arbeitsgemeinschaften angeboten. So bekommen die Jungen der Jahrgänge 5 bis einschließlich 8 die Gelegenheit, sich in geschlechtsspezifischen Gruppen zu entwickeln. Als Medium werden Themen wie beispielsweise Werken, Umwelt, Sport, Entspannung oder Kochen und Backen genutzt.
Mit Hilfe dieser Angebote soll ein Forum schaffen werden, in dem sich die Jungen in vertrauter Umgebung dem Alltag entziehen können. Nicht selten werden dann in entspannter Atmosphäre Themen angesprochen, die im Leben eines Jungen eher verschwiegen werden.
Die bislang gemachten Erfahrungen an unserer Schule zeigen, dass die Jungen diese Angebote zunehmend wahrnehmen. Außerdem macht das Feedback der teilnehmenden Jungen deutlich, dass dieser Bedarf im Lebensraum Schule dringend notwendig ist.
Jungenwochenende
Das Jungenwochenende wird als besondere Attraktion zum Abschluss jedes Schuljahres für den Jahrgang 7 & 8 angeboten. Thematisch wird dieses Wochenende immer unter dem Motto „Abenteuer und Natur“ geplant. Den Jugendlichen werden in der Gestaltung ihrer Freizeit neue Impulse gegeben, die sie auf die eigene Freizeit erweitern können.
So stehen an diesem Jungenwochenende z.B. Zelten, Radfahren, Lagerfeuer mit Stockbrotzubereitung, Klettern, Schwimmen, Nachtwandern, Orientierungsläufe mit Kompass und Karte, Gruppenspiele und selbstverständlich die eigene Verpflegung auf dem Programm. Das besondere Augenmerk liegt in der Wichtigkeit des gruppendynamischen Prozesses. Die Jungen sollen als Gruppe zueinander finden, um so die Vorteile einer Gemeinschaft zu begreifen und zu nutzen.
Organisatorisch ist das Jungenwochenende ebenso wie die Jungentrophy eine Veranstaltung, zu der sich Schüler verbindlich anmelden müssen. Mit diesem Verbindlichkeitsstatus soll das Verantwortungsbewusstsein der Jungen gestärkt werden.
Ansprechpartner für Jungen
Alle zuletzt aufgeführten Angebote werden durch Sozialpädagogen koordiniert und begleitet. Demzufolge gibt es immer wieder Möglichkeiten, Vertrauen zu den Jungen aufzubauen. Somit wird die Grundlage geschaffen, dass die männliche Schülerschaft für Notlagen und Sorgen einen Ansprechpartner hat.
Diese geschlechtsspezifische Beratung verstehen wir als zusätzliches Angebot in der Beratungsarbeit an unserer Schule. Mit den zuletzt aufgeführten Angeboten soll zum Einen gezielt der ansteigenden Gewaltbereitschaft bei männlichen Schülern entgegengewirkt werden.
In Krisensituationen gewaltfrei zu agieren und zu reagieren ist hier ein Hauptziel.
Zum Anderen soll das Selbstvertrauen gestärkt werden. Wie gehe ich mit Gefühlen um? Was kann ich in schwierigen Situationen tun? Wo kann ich Hilfe suchen? Diesen Fragen wollen wir Antworten geben, um so weiterzuhelfen.
Wie bei der Mädchenförderung besteht auch im Bereich Jungenarbeit der Kontakt zu außerschulischen Einrichtungen.

